Getting Things DoneTodo - Listen für mehr Produktivität
"Unsere Hauptaufgabe ist nicht, zu erkennen, was unklar in weiter Entfernung liegt, sondern zu tun, was klar vor uns liegt", erkannte einst der Historiker Thomas Carlyle. Wohl wahr. Doch selbst das kann mitunter verschwimmen, wenn uns zu viele und zu komplexe Aufgaben die Sinne vernebeln. Für mehr Durch- und Überblick gibt es zahlreiche Techniken, darunter etwa Mind Maps, auch Gedankenlandkarten genannt, die zunehmend populär werden und helfen, Projekte in eine Art Baumstruktur zu zerlegen.
Weitaus populärer sind aber sogenannte To-Do-Listen. Deshalb heute etwas mehr dazu: Ihr Sinn besteht vor allem im Selbstmanagement, indem anstehende Aufgaben gewichtet und nach Relevanz sortiert werden. So bekommt man sowohl eine Übersicht über den Arbeitsaufwand als auch über die Arbeiten selbst, beziehungsweise das, was bereits erledigt wurde. Ebenso sehen Sie sehr schnell, was Sie an einem Tag schaffen müssen beziehungsweise können und vermeiden so Überlastung oder Unterforderung. To-Do-Listen sind also beides: Plan und (Erfolgs-) Kontrolle.
Das Problem an solchen Aufzählungen ist allerdings nicht, dass sie so simpel oder linear wären. Im Gegenteil: Egal, welchen Artikel Sie zum Thema Getting Things Done (GTD) lesen - am Ende läuft es immer darauf hinaus, Probleme oder Projekte zu vereinfachen, Aufgaben zu priorisieren und zu organisieren. Wie bei jeder To-Do-Liste.
Das Problem an diesen Punkt-für-Punkt-Programmen ist, dass sie oft nur sporadisch eingesetzt werden. Die Leute sehen plötzlich Chaos und einen riesigen Aufgabenberg vor sich und beginnen, eine Liste zu schreiben. Dann arbeiten sie diese Schritt für Schritt ab und fühlen sich produktiv dabei. Das sind sie auch, keine Frage. Aber danach sind sie es nicht mehr: Mit dem letzen Häkchen kehren sie zu ihren alten Gewohnheiten zurück - bis das nächste Chaos komplett ist. Das ist uneffektiv.
Der Schlüssel zu mehr Produktivität ist nicht das Führen einer Todo-Liste selbst - das ist trivial. Es ist vielmehr die Gewohnheit, solche Listen regelmäßig zu nutzen. Vor allem wenn man Probleme damit hat, seine Aufgaben zu überblicken und zu erledigen. Natürlich gibt es noch andere Methoden dafür. Aber solche Tabellen haben sich offenbar bewährt, sonst hätten sie sich wohl nicht im Alltag unter anderem als Einkaufsliste oder Tagesordnungspunkte durchgesetzt.
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Jochen Mai, Jahrgang 1968, ist Diplom-Volkswirt, langjähriger Wirtschaftsjournalist und Leiter des Ressorts "Management + Erfolg" bei der WirtschaftsWoche. Anfang 2008 erschien sein Bestseller "Die Karriere-Bibel" im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Das Buch wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt und 2009 von der Stiftung Warentest mit "empfehlenswert" bewertet, das dazugehörige Online-Jobportal karrierebibel.de wurde im April 2009 mit dem "Lead-Award" ausgezeichnet. Jochen Mai ist ein gefragter Redner, Interviewpartner und Diskussionsteilnehmer. |
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